Wolf gesichtet



Wolf in Haidenkofen gesichtet

 

Wölfe werden in Bayern zunehmend heimisch

 

Wolf

Seinen Augen traute der örtliche Jagdpächter nicht, als er am verganenen Mittwoch, den 3. April einen Wolf zwischen Haidenkofen und Irnkofen über eine Wiese laufen sah. Das Tier schnürte mit gesenkter Rute ca. 80 m an ihm vorbei und verschwand in einem Schilfgürtel. Der Jäger ist sich sehr sicher, dass es sich um einen Wolf und um keinen streunenden Hund handelte, da er klare Merkmale erkannte, die das Tier von einem Hund unterscheiden.

Foto dpa  

Er vermutet, dass es sich um ein durchziehendes Jungtier handelte. Da er kein Beweisfoto machen konnte, meldete er den Vorfall erst knapp eine Woche später der zuständigen Stelle, als er in der Zeitung las, dass zwei Tage später, auch ein Wolf in der Nähe von Salching und anschließend im Landkreis Deggendorf, im näheren Umkreis von Stephansposching gesichtet wurde. Leider war das Video, das dort erstellt wurde, wegen der großen Entfernung zu unscharf, um darauf eindeutig einen Wolf identifizieren zu können. Deshalb wurde der Fall nach Auswertung durch das Bayerische Landesamt für Umwelt (LFU) als Sichtung der Stufe C3 „nicht bestätigter Hinweis“, also Sichtung, die in der Regel nicht eindeutig überprüfbar ist, eingestuft. Weitere Meldungen über den momentanen Aufenthaltsort des Tieres liegen nicht vor. Die Wölfe sind in der Regel allein unterwegs und scheu. Da sie oftmals bis zu 70 km am Tag zurücklegen, kann das Tier bereits „über alle Berge“ sein.

 

Hinweise auf Wölfe werden nach den sog. SCALP-Kriterien in C1 – C3 bewertet. Nur beim Status C1 kann man von einem eindeutigen Wolfnachweis sprechen. Dies ist z. B. bei einem Lebendfang, einem Totfund oder einem genetischem Nachweis der Fall. Ein C2 basiert auf bestätigten Hinweisen durch eine erfahrene Person, die etwa einen Riss durch einen Wolf oder andere Spuren des Wolfes begutachten konnte. C3 (wie in Haidenkofen, Salching und Stephansposching) sind dagegen "nicht bestätigte Hinweise", also nur Sichtungen, die in der Regel nicht eindeutig überprüfbar sind.

 

Seit 2006 werden in Bayern immer wieder einzelne Wölfe nachgewiesen – Tendenz steigend. Im Januar wurde im nördlichen Landkreis Regensburg ein toter Wolf gefunden. Standorttreue Wolfspaare gibt es im Landkreis Bayreuth, auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr, im Landkreis Neustadt an der Waldnaab sowie im Bayerischen Wald.

 

Erst im März stellte Umweltminister Thorsten Glauber den 60-seitigen „Bayerischen Aktionsplan Wolf“ vor. In ihm wird aufgezeigt, wie mit dem Wolf umgegangen werden soll. Denn der Wolf, vor rund 150 Jahren ausgerottet, wird in Bayern zunehmend wieder heimisch. Das freut die Umweltschützer; Weidetierhalter aber sorgen sich um ihre Herden. In Einzelfällen darf ein Wolf sogar abgeschossen werden. Doch beim Thema Schutzwürdigkeit des Wolfes scheiden sich die Geister. Während einige Politiker der Meinung sind, dass es keinen Lebensraum mehr für Wölfe in Bayern gibt, fordert der Bund Naturschutz große Sensibilität und eine klare Handlungsgrundlage. Der Umgang mit Wölfen sorgte auch unlängst im Bundestag für Streit.

 

Doch die Schäden durch Wölfe waren in Bayern im letzten Jahr überschaubar. So haben Wölfe im Jahr 2018,  drei Kälber und fünf Schafe getötet[1]. Einen Angriff auf Menschen hat es in Deutschland bisher nicht gegeben.[2] Trotzdem rät die Behörde für folgendes Verhalten bei einer Wolfsbegegnung: Begegnen Sie dem Tier respektvoll. Rennen Sie nicht weg sondern ziehen Sie sich langsam zurück. Sollte Ihnen der Wolf zu nahe erscheinen, machen Sie ihn durch lautes Sprechen oder Gestikulieren auf sich aufmerksam. Hunde sollten in jedem Fall angeleint werden.

 

Eine vermeintliche Sichtung kann jederzeit an das LfU gemeldet werden. Aber auch die Polizei und das Landratsamt nehmen derartige Hinweise entgegen.

 

Beitrag vom 11.04.2019

 

 

 


[1] Dokumentationsstelle des Bundes

[2] Informationsschreiben der LfU




Aktuelles:




1-10 von 13  vor

Seite generiert in 0.026178 Sekunden (cached:0)