Marienkapelle renoviert



Marienkapelle renoviert

 

Haidenkofener Marienkapelle erstrahlt in neuem Glanz 

 

Die kleine Marienkapelle am Ortsrand von Haidenkofen wurde im Jahr 1849 neben der Straße nach Wallkofen an der ehemaligen Ochsenstraße errichtet. Sie entstand als Nachfolgebau einer älteren, zuvor abgerissenen Kapelle.

 

Im Giebel der Kapelle befindet sich ein Relief der Kreuzigungsgruppe. Im Inneren lädt eine kleine Lourdesgrotte mit Marienfigur zum Gebet und zur Besinnung ein. Kapellen wurden früher häufig aus Dankbarkeit gestiftet, in Zeiten großer Not und Unsicherheit errichtet oder einfach als Orte der Stille und Andacht geschaffen.

 

Über die ursprüngliche Haidenkofener Kapelle sind keine schriftlichen Quellen erhalten. Der Volksüberlieferung zufolge soll sie sich in unmittelbarer Nähe der Richtstätte des Herrschaftsgerichts Sünching befunden haben. Verurteilte hätten hier vor ihrer Hinrichtung ein letztes Vaterunser sprechen können. Eine andere Deutung sieht die Entstehung der Kapelle im Zusammenhang mit den zahlreichen Fuhrleuten, die diesen bedeutenden Verkehrsknotenpunkt passierten und hier eine Stätte des Gebets schaffen wollten.

 

Wie aus einer Urkunde des Bischöflichen Zentralarchivs hervorgeht, erkundigte sich der damalige Sünchinger Pfarrer Schiller 1849 beim Bischöflichen Ordinariat, ob eine Weiheerlaubnis erteilt und ein Opferstock aufgestellt werden dürfe. Die Genehmigung wurde jedoch verweigert. Als Begründung wurde angeführt, dass die Kapelle ohne vorherige Genehmigung errichtet worden sei und ihre dauerhafte Erhaltung daher nicht gesichert erscheine.

 

Die Haidenkofener ließen sich davon jedoch nicht entmutigen. Seit inzwischen mehr als 160 Jahren kümmern sie sich um ihre Kapelle und erhalten das Kleinod mit großem Engagement. Obwohl das Gebäude bereits mehrfach renoviert worden ist, machten Witterung und Alter erneut eine Sanierung erforderlich.

 

Der Frauentreff Haidenkofen, der sich bereits um die Instandsetzung der Feldkreuze in der Gemarkung verdient gemacht hat, ergriff deshalb erneut die Initiative. In den Jahren 2025 und 2026 wurde der Außenputz ausgebessert und die Kapelle erhielt einen neuen Anstrich.

 

Zudem erhielt das Relief der Kreuzigungsgruppe im Giebel durch die farbliche Fassung einer Kirchenmalerin wieder seine besondere Strahlkraft. Die Kosten der Renovierung übernahm der Frauentreff.

 

Die von zwei mächtigen Lindenbäumen beschirmte Kapelle wird regelmäßig besucht. Darauf weisen zahlreiche Grablichter, Blumen und andere Zeichen der Verbundenheit hin. Auch als Ort gemeinschaftlicher Begegnung hat die Kapelle ihren Platz bewahrt: So wurde dort bereits ein Adventsfenster des Frauentreffs veranstaltet. Die liebevoll gepflegte Marienkapelle bleibt damit ein lebendiger Ausdruck von Glauben und Tradition der Dorfgemeinschaft Haidenkofen.

 Marienkapelle

Beitrag vom 17.06.2026



(eg)

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