Maibaum 2022



Ein fest verankerter Brauch

 

Vereinsleben nimmt wieder Fahrt auf

 

Schaute man in den letzten Tagen in die Zeitung, so fand man viele Vorankündigungen zum Aufstellen eines Maibaumes. Zur Freude aller kann nach einer langen Zeit der Einschränkungen und Entbehrungen endlich wieder gefeiert werden.

 

Und welches Fest wäre nach zwei Jahren geeigneter als dieses, Sinnbild des Frühlings und des neu erwachten Lebens für Gedeihen und Wachstum sowie für Glück und Segen. Der Maibaum steht aber auch für den Wohlstand eines Dorfes und für bürgerliches und gemeinschaftliches Bewusstsein. Einige alte Bräuche zum 1. Mai werden aufgrund des gesellschaftlichen Wandels heutzutage nicht mehr zelebriert. So wurde früher den Mädchen heimlich ein Maibaum aufs Dach gesteckt oder auch mal ein Gartentor ausgehängt. Heute gibt es andere Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme. Vermutlich sind deshalb diese Bräuche in Vergessenheit geraten.

 

Da der alte Maibaum im letzten Jahr aus Sicherheitsgründen umgelegt wurde, sah der Dorfplatz ein Jahr lang ziemlich öd und leer aus. Um das zu ändern hatte der zweite Kommandant der Feuerwehr, Heiko Helmbrecht, die Organisation der Veranstaltung übernommen, damit am 1. Mai in Haidenkofen wieder gemeinsam gefeiert werden kann.

 

Um 7 Uhr in der Früh starteten die Burschen in den Wald, um den schon Tage zuvor ausgesuchten, stattlichen und gerade gewachsenen Fichtenstamm zu fällen und zu entasten. Alles verlief reibungslos. Bereits eineinhalb Stunden später fuhren sie das Gespann aus Bulldog und Maibaum sichtlich stolz durchs Dorf.

 

Den ganzen Vormittag herrschte ein emsiges Treiben auf dem Dorfplatz, musste der Baum doch noch geschäpst sowie Vereinswappen und Zunftschilder und grüne Kränze angebracht werden. Die kleinen Fahnen, die ebenfalls den Baum schmücken, hatte Liese Spitzer bereits im Vorfeld genäht. Es blieb sogar noch Zeit, das Vordach vor dem Vereinshaus aufzustellen, denn der Wetterbericht hatte Regen angesagt.

 

Pünktlich um 17 Uhr versammelten sich die Zuschauer auf dem Dorfplatz, dem Herzen von Haidenkofen. Die Burschen hatten ihre Lederhosen aus dem Schrank geholt und das Spektakel konnte beginnen. Langsam wurde der Baum mit einem Kran, bedient von Christian Bergmüller, Stück für Stück von der Waagrechten in die Senkrechte befördert und schließlich in der Verankerung festgeschraubt. Bereits vor Jahren hatte man sich gegen das traditionelle Aufstellen entschieden, da diese Prozedur nicht ungefährlich ist und es außerdem mittlerweile zu wenige kräftige Männer in unserem kleinen Dorf gibt. Prächtig schaut der von Ludwig Hierlmeier gespendete Maibaum aus, auf dem sich ganz oben der Wetterhahn dreht.

 

Nach getaner Arbeit wurden die Helfer von den Zuschauern mit Applaus belohnt. Jetzt schnell noch ein Erinnerungsfoto und dann konnte das erste Weißbier eingeschenkt und auf den ereignisreichen Tag angestoßen werden. Ein besonderer Gast schaute noch vorbei: Anna Schindler, mit ihren 95 Jahren die älteste Dorfbewohnerin, die jetzt im Seniorenheim in Sünching ihren Lebensabend verbringt. Und weil sie an diesem Tag auch noch Geburtstag hatte, sang ihr der Frauentreff ein Ständchen.

 

Für das leibliche Wohl aller Mitfeiernden gab es leckere Schmankerl vom Grill und wie könnte es anders sein, alle Jahre wieder, die „weltbesten Erdäpfl“ vom Wild Schore. Was will man mehr: endlich wieder Geselligkeit und für einige Stunden das Elend in Teilen dieser Welt vergessen. Die Dorfbewohner waren zufrieden und strahlten mit der Abendsonne um die Wette.

 

Beitrag vom 02.05.2022

 

Maibaum 2022  
   
 
   

  

Geburtstagskind Anna Schindler 95 Jahre 

 



(eg)

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