Chronologie 2008-2011



Haidenkofen - Vom Kreisentscheid bis zum Bundesentscheid des 23. Wettbewerbs 2008 - 2010 "Unser Dorf hat Zukunft "  

 

 

TEIL 1: Kreisentscheid

 

 

1. Informationsveranstaltung am 25.04.2008

 

 

Schon vor längerer Zeit wurde von zweitem OGV-Vorsitzenden und zweitem Bürgermeister Robert Spindler angeregt, dass sich die Ortschaft Haidenkofen an diesem Wettbewerb beteiligen sollte.

 Luftaufnahme

Bei einer Infoveranstaltung im Feuerwehrhaus Haidenkofen sicherte Bürgermeister Erwin Rist die volle Unterstützung der Gemeinde zu. Er zeigte sich überzeugt, dass der Ort gute Chancen hätte, da im Rahmen der Dorferneuerung vor 20 Jahren, unter Bürgermeister Hermann Spindler,  beste Vorarbeit geleistet wurde. Etwa 30 Haidenkofener Bürger hatten sich im Versammlungsraum des neuen Feuerwehr-Gerätehauses zu dieser Informationsversammlung eingefunden und Kreisfachberater Torsten Mierswa freute sich über das große Interesse. Robert Spindler hatte bereits eine kleine Beamer-Präsentation vorbereitet mit Bildern der im Vorfeld mit einigen verantwortlichen Haidenkofener Bürger durchgeführten Ortsbegehung. Durch eine Luftbildaufnahme verdeutlichte Spindler, dass die gesamte Ortschaft von einem Grüngürtel umgeben ist. Bei der Ortsbegehung stellte man ferner fest, dass es kaum eine andere Ortschaft gibt, in der die Ortsdurchfahrten so eingegrünt sind. Die Veranstaltungen während des Jahres zeigen außerdem, dass hier ein aktives Dorfleben vorzufinden ist.

 

Kreisfachberater Mierswa empfahl, die Ziele nicht zu hoch zu stecken, um dann nicht enttäuscht zu sein, wenn es nicht gleich einen Siegerpreis geben sollte. Hier gelten die Devisen: "Dabei sein ist alles" und "es lebe die Dorfgemeinschaft". Bei der abschließenden Abstimmung sprachen sich alle Anwesenden dafür aus, am Wettbewerb teilzunehmen.

 

 

2. Maßnahmen im Rahmen des Wettbewerbs

 

Schnell war man sich darüber einig, im Dorf nicht viel zu ändern, da die Haidenkofener eigentlich im Rahmen ihrer Möglichkeiten  in den letzten Jahren bereits einiges für eine erfolgreiche Dorfentwicklung getan haben. Deshalb erfolgten nur ein paar kleine Maßnahmen. So wurde eine unschöne Werbetafel an einer Stadelwand entfernt und durch eine Kletterpflanze ersetzt. Außerdem erhielt ein verrostetes Flurkreuz am Rande des Ortes einen neuen Anstrich.

 

 

3. Die Bewertungskommission im Kreisentscheid besuchte das Dorf am 08.10.2008 

 08.10.2008

Beinahe halb Haidenkofen war auf den Beinen, als die neunköpfige Bewertungskommission mit einem Kleinbus kam, um auch in Haidenkofen die Bewertung vorzunehmen. Rund eineinhalb Stunden wurde die Jury durch den kleinen Ort geführt. Begrüßt wurde die Bewertungskommission, mit Juryvorsitzendem Josef Sedlmeier (Sachgebietsleiter Gartenkultur und Landespflege), vor dem Haidenkofener Vereinshaus von Bürgermeister Erwin Rist im Beisein von zweitem Bürgermeister Robert Spindler, Gemeinderat Hermann Gerl sowie zahlreichen Haidenkofener Bürgern. Beim anschließenden Rundgang stellten die Vereinsvertreter detailliert ihre Ortschaft vor.

Feuerwehr-Kommandant Michael Lück berichtete vom Vereinsheim, dass es ein willkommener Aufenthaltsort sei, in dem sich alle wohl fühlen. Weitere Stationen waren die Haidenkofener Kirche, bei der Mesnerin Elisabeth Spitzer wissenswerte Daten bekannt gab sowie die renovierte Tavernwirtschaft, die durch Eva Gerl präsentiert wurde. Das neue Feuerwehrgerätehaus wurde von Feuerwehr-Vorstand Fritz Bergmüller vorgestellt. Im Geräteraum hatte Robert Spindler eine Ausstellung zum Ort mit zahlreichen Fotos vorbereitet. Der neue Gerätestadel der Jagdgenossenschaft wurde von Vorsitzendem Albert Rominger präsentiert.

 

Wie Bürgermeister Rist aufzeigte, erfolgte die Ortsverschönerung in Eigenregie der Vereine und einzelner Bürger. Dieses "Wir-Gefühl" konnte man an allen Ecken und Enden beim Rundgang erleben.  Bezüglich sozialer und kultureller Aktivitäten wies Bürgermeister Rist darauf hin, dass die Jugendbetreuung v. a. in den Händen der Feuerwehr und des Frauentreffs liege. Die Dorfvereine bereichern durch viele Veranstaltungen das Dorfleben. Lobenswert sei auch die rege Teilnahme der Haidenkofener an den gemeindlichen und kirchlichen Festen in Sünching, das Abhalten von regelmäßigen Gottesdiensten und Andachten mit anschließender Bewirtung im Vereinsheim. Dieser Erlös kommt dabei überwiegend der Haidenkofener Kirche zugute. So wurden bereits die Kissen der Knie- und Sitzbänke erneuert. Im Hinblick auf die Baugestaltung zeigte Rist auf, dass beim Bau neuer Häuser sehr auf den Erhalt des Dorfcharakters geachtet werde. Auch der Dorfweiher und die Laberufer wurden naturnah in die Landschaft eingebunden.

 

 

4. Entscheidung am 09.10.2008: Haidenkofen ist Sieger auf Landkreisebene

 

Um 11:00 Uhr informierte Bürgermeister Rist die Initiatoren von der Entscheidung der Kommission: "Haidenkofen ist das schönste Dorf auf Landkreisebene bis 600 Einwohner." Als Begründung führte Vorsitzender Josef Sedlmeier an, dass die Devise von Haidenkofen "Klein, aber fein" die Jury überzeugt hatte. Mit 97 Einwohnern hat der Ort fünf Vereine aufzuweisen, in denen fast alle Bürger Mitglied sind. Wie er betonte, engagieren sich die Bürger auch ohne Anreize eines Wettbewerbs sehr stark für ihre Ortschaft.

 

Natürlich startete noch am selben Tag eine spontane Feier im "Vereinshaisl", denn die Haidenkofener arbeiten nicht nur gerne zusammen, sondern feiern mindestens genauso gerne.

 

 

5. Jahresabschlussfeier des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege in Hemau am 08.11.2008

 Tangrintelhalle Hemau

 

Im Rahmen der traditionellen Jahresabschlussfeier des Kreisverbandes Regensburg fand auch die Ehrung der Kreissieger 2008 statt. Alle teilnehmenden Dörfer am Wettbewerb wurden ausgezeichnet. Haidenkofen (unter 600 Einwohner) und Wiesent (über 600 Einwohner) waren die beiden Kreissieger. Landrat Herbert Mirbeth und Kreisvorsitzender Karl Pröpstl überreichten an die Abordnung der beiden Ortschaften Siegerurkunden sowie ein Geschenk. Die beiden Dörfer empfangen 2009 die Bewertungskommission des Bezirkes.

 

Viele Haidenkofener ließen es sich nicht nehmen, bei dieser Feier in der Tangrintelhalle in Hemau dabei zu sein.    

 

 

 

 

6. Fernsehbeitrag über Haidenkofen

 

Der Regionalsender TVA Ostbayern brachte am 19.11.2008 einen Beitrag über das schönste Dorf im Landkreis Regensburg.

 

 

TEIL 2: Bezirksentscheid

 

 

1. Entwicklungsempfehlungen durch LAR Herbert Grunwald (Amt für Landwirtschaft und Forsten Fürth

 

Am 29. Januar 2009 fand in Haidenkofen eine Ortsbegehung statt. Beim Rundgang durch die Ortschaft, bei der auch Kreisfachberater Torsten Mierswa anwesend war, wurden derzeitige Gestaltungsdefizite, die sich störend auf Haidenkofens dörflichen Charakter auswirken und daraus resultierende Verbesserungsziele im Sinne der Wettbewerbsrichtlinien erörtert und ein Maßnahmenkatalog zur innerörtlichen Grün- und Freiflächengestaltung zusammengestellt. 

 

Herr Grunwald wies ausdrücklich darauf hin, dass es sich hierbei um Betätigungsfelder im Hinblick auf den Ende Juni anberaumten Bezirksentscheid handelt und die Bürger keinesfalls an den Pranger gestellt werden sollen. Jeder betroffene Hausbesitzer wurde einzeln auf die Realisierbarkeit hin angesprochen. 

 

 

2. Vorbereitungen zum Bezirksentscheid

 Fensterladen-Montage Vereinshaisl

Der Sieg auf Kreisebene sorgte dafür, dass die Dorfbewohner erneut aktiv wurden. Ein Arbeitskreis, der gebildet wurde, kam regelmäßig zu Besprechungen zusammen. Die Ideen und Umsetzung neuer Projekte waren dadurch keine leeren Worte. So wurde das Vereinshaus durch Fensterläden verschönert und mehrerer Neuanpflanzungen im Ortsbereich angelegt. Vor dem Feuerwehrhaus wurde eine große Thuja entfernt und durch einen Holzbrunnen sowie eine Bank ersetzt. Einige Dorffrauen strichen das Bushäuschen neu. Nach Genehmigung durch das Bauamt der Diözese wurden am Putz der Kirche kleinere Ausbesserungsmaßnahmen durchgeführt sowie ein Schild mit Wissenswertem über die Kirchengeschichte angebracht. Ein Granitstein mit Gravur am Dorfplatz erinnert an die erfolgreiche Teilnahme am Bundeswettbewerb. Auch in den Privatgärten hat sich einiges getan. So wurden Bäume und Sträucher gepflanzt, Nadelgehölze entfernt sowie Blumen und Stauden heuer besonders liebevoll gepflegt. 

  

Großen Wert legen die Haidenkofener auf die Tatsache, dass sie keinen Antrag auf Bezuschussung an die Gemeinde stellten, sondern alle Maßnahmen privat oder durch die Vereine finanzierten.

 

 

 

3.  Am 01.07.2009 kam die Bezirksbewertungskommission nach Haidenkofen

 

Die Jury im DorfDie Durchführung der Bewertung erfolgte auf Bezirksebene durch das Gartenbauzentrum Bayern Mitte in Fürth. Die 13-köpfige Jury unter Vorsitz von Landwirtschaftsdirektor Josef Hofbauer besuchte von 8:40 bis 10:20 Uhr Haidenkofen. Ausdrücklich wurde die Bevölkerung von Herrn Hofbauer eingeladen, am Rundgang durch den Ort teilzunehmen. Die Jury war besetzt mit Fachleuten aus Gartenbau, Landespflege, Naturschutz, Landwirtschaft, Hauswirtschaft, Städtebau, Architektur und Flurbereinigung sowie Bürgermeistern. 

Die Präsentation des Dorfes erfolgte wieder durch die Dorfbewohner. Nicht leicht war es, das genau vorgegebene Zeitfenster für die Dorfbegehung einzuhalten. Doch auch hier hatten die Organisatoren gute Vorarbeit geleistet. Angeführt von Sabine Lück und Claudia Hierhammer, die die Gruppe freundlich aber bestimmt zusammen hielten, konnten die vorgegebenen 65 Minuten genau eingehalten werden. Jedem Kommissionsmitglied wurde ein Ansprechpartner zur Seite gestellt. Zuständig für die einzelnen Bereiche waren: Bürgermeister Erwin Rist (Entwicklungskonzepte), Michael Lück und Stefan Bayerschmidt (soziale und kulturelle Aktivitäten), Eva Gerl  und Willi Zölch (Baugestaltung und Entwicklung), Johanna Bergmüller und Robert Spindler (Grüngestaltung und Entwicklung) sowie Hermann Gerl (Dorf in der Landschaft).

Außerdem wurden Einzelobjekte vorgestellt und zwar die Kirche durch Mesnerin Elisabeth Spitzer, das Feuerwehrhaus durch Feuerwehrvorstand Fritz Bergmüller, der Stadel der Jagdgenossenschaft durch Albert Rominger, das denkmalgeschützte Wirtshaus durch Eva Gerl sowie das Vereinsheim durch Michael Lück.

 

Durch Vorher–Nachher-Darstellungen von bestimmten Objekten sowie durch eine Bilderausstellung im Feuerwehrhaus wurde gezeigt, wie sich der Ort in den vergangenen Jahren verändert hat, bzw. was sich im Dorfleben alles getan hat.

Beim anschließenden kalten Buffet, vorbereitet von den Dorffrauen, zeigte sich die Kommission sehr angetan von dem kleinen Dorf und sparte nicht mit Lob.  Bürgermeister Rist gibt das Ergebnis bekannt

 

4. Entscheidung fiel am 03.07.2009: Haidenkofen ist Sieger auf Bezirksebene

 

 

 

 

Viele Dorfbewohner hatten sich am 3.07.09 um 18:00 am "Vereinshaisl" versammelt, als Bürgermeister Erwin Rist die nicht erwartete Nachricht überbrachte: "Haidenkofen hat wieder Gold gewonnen und sich somit für den Landesentscheid im Oktober 2009 qualifiziert." 112 Orte nahmen in der Oberpfalz an dem Wettbewerb teil, vier erhielten nun die Goldmedaille. Der Bürgermeister hatte vorsorglich schon ein paar Flaschen besten Sekt mitgebracht und so stand einer Feier bis in den frühen Morgenstunden nichts mehr im Wege.

 

 

 

 

5. Erneuter Fernsehbeitrag über das Golddorf durch TVA Ostbayern am 07.07.2009

 

 

 

 

TVA in Haidenkofen 2009 

 

 

Die Deutsche Zuckerrübenkönigin,  Bürgermeister Erwin Rist, sowie mehrere Dorfbewohner wurden von einem Filmteam des Regionalsenders TVA Ostbayern interviewt. Die Moderatorin wollte vor allem wissen, welche Maßnahmen die Haidenkofener im Rahmen des Wettbewerbs durchgeführt haben und was für den bevorstehenden Landesentscheid alles geplant ist. Als Beleuchter fungierte 2. Bürgermeister Robert Spindler. Der Beitrag wurde in der Sendung TVA-Aktuell am nächsten Abend gesendet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

6. Abschlussfeier im Bezirkentscheid am 24.10.2009 in Windischeschenbach 

 

Gruppenbild der Haidenkofener

Die Haidenkofener Abordnung war mit dem Bus gekommen und hatte den ersten und zweiten Bürgermeister, Kreisfachberater Mierswa, Zuckerrübenkönigin Christina Rominger sowie die "Denglinger Buam" mit dabei. Zusammen mit drei weiteren Dörfern in der Oberpfalz wurde der Ort mit einer Goldmedaille geehrt. Die Festansprache hielt Bezirkstagspräsident Franz Löffler. Er erläuterte, dass sich beim Landkreisentscheid  112 Oberpfälzer Orte beteiligt hatten und somit der Bezirk zu den zahlenmäßig stärksten Bewerbern Bayerns zählt.   

Das Programm wurde aufgelockert durch die musikalischen Beiträge der vier Siegerorte. Groß war der Beifall, als die Haidenkofener  gemeinsam das etwas abgeänderte fröhliche Lied "Hainkofa is schee, urig und modern" sangen. Die Gewinner erhielten Ehrungen in Form von Urkunden, Plaketten und einer Baum-Prämie.

 

 

 

TEIL 3: Landesentscheid

 

 

1. Infoaustausch kombiniert mit einem Ortsrundgang durch Stephan Schmöger vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie Herbert Grunwald vom Gartenbauzentrum Bayern Mitte Fürth

 

Herr Stephan Schmöger sowie LAR Herbert Grunwald besuchten alle Teilnehmerorte des Landesentscheids und waren am 12.08.2009 in Haidenkofen zu einem 1,5-stündigen Infoaustausch. Dabei gab Herr Schmöger Hinweise zum Landesentscheid und zur Vorstellung des Dorfes. Auch bat er im Namen der Kommission aus Gründen der Chancengleichheit für alle Dörfer die Besuchszeit genau einzuhalten.  

Für die Bewertung sind 2 Stunden für Dörfer unter 600 Einwohner (12 Dörfer), und 2,5 Stunden für Dörfer zwischen 601 und 3000 Einwohnern (8 Dörfer) eingeplant. Von 501 Teilnehmerdörfern sind 20 Dörfer übrig geblieben, die nun um die Goldmedaille bzw. um die Teilnahme am Bundesentscheid konkurrieren.

 

 

 

 

2. Vorbereitung zum Landesentscheid

 Der Steg ist fertig

Leider wurde heuer erstmaligder Landesentscheid im gleichen Jahr wie der Bezirksentscheid - und zwar Anfang Oktober - durchgeführt. Dadurch hatte man kaum Möglichkeiten, sinnvolle Aktionen durchzuführen, zumal die schriftliche Auswertung der Begehung durch die Bezirkskommission vom 01.07.09 erst Ende Oktober – also nach dem Landesentscheid - veröffentlicht wurde.

 

Da von dieser Änderung alle teilnehmenden Dörfer betroffen sind, besteht zumindest Chancengleichheit. Einige Maßnahmen wie z. B. der Stegbau, der Brunnenbau, das Insektenhotel sowie die Baumpflanzaktion konnten 2009 trotzdem noch durchgeführt werden.

 

Auch organisatorisch war für die Haidenkofener bis zum Entscheid einiges vorzubereiten. So mussten mehrere Probebegehungen durchgeführt werden, um den Zeitplan später genau einhalten zu können.

 

 

 

 

3. Am 14.10.2009 besuchte die Landesbewertungskommission Haidenkofen

 

 

 

 

Zwei Stunden lang verweilte die 18-köpfige Jury unter der Leitung von Ministerialrat Anton Hübl vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten im Dorf.Vorm Feuerwehrhaus

Das Organisationsteam hatte sich viel Mühe mit der Vorbereitung gegeben, damit alles reibungslos ablief.

Die Begrüßung erfolgte durch Bürgermeister und Landrat sowie die Kindergruppe der "Flotten Bienen".  Diese sangen zum Auftakt "Hainkofa ist schee, urig und modern".

Auf insgesamt 10 Stationen verteilt schilderten die Haidenkofener  ihr Dorfleben und zeigten ihre "Sehenswürdigkeiten". Nachdem die Jury, im Vergleich zum Bezirksentscheid  20 Minuten länger im Dorf blieb, konnten einige Punkte zusätzlich ins Programm aufgenommen werden. So stellte Christina Rominger die Landwirtschaft, die im Dorf noch sehr präsent ist, ebenso vor, wie Sabine Lück den Frauentreff, Johanna Bergmüller die "Flotten Bienen" sowie Ludwig Hierlmeier die alte Mühle am Ortsrand.

Im Feuerwehrhaus fanden außerdem eine Fotoausstellung und eine Präsentation der Haidenkofener Hompage durch Matthias Wild  statt, welche bereits seit 2002 betrieben wird. Auf alten Landkarten wurde gezeigt, dass sich der Ort in den letzten 100 Jahren von seiner Baustruktur her so gut wie nicht verändert hat.

 

Bei dem abschließenden Buffet zeigten sich die Kommissionsmitglieder  von den selbstgemachten Schmankerln ebenso begeistert wie vom Dorf. In ihren Statements wurden vor allem die Leistungen der Dorfbewohner hervorgehoben, ein lebenswertes Umfeld zu gestalten und zwar in Eigenleistung und überwiegend auch in Eigenfinanzierung.

 

 

4. Gold für Haidenkofen im Landesentscheid   

 

Ein Gläschen Sekt auf den Erfolg 

Die Entscheidung fiel am 16.10.2009. Herr Hübl teilte Eva Gerl telefonisch mit, daß Haidenkofen erneut Gold gewonnen  und sich somit für den Bundesentscheid qualifiziert hat. "Sie haben ein außergewöhnliches Dorf. Die Kommission war von dem Zusammenhalt und dem Gemeinschaftsgeist der Dorfgemeinschaft sehr beeindruckt" begründete Herr Hübl die Entscheidung der Kommission.

 

Nachdem Mesnerin Elisabeth Spitzer die Glocken der kleinen Kirche läuten ließ, kamen die Dorfbewohner spontan zum Vereinshaisl, um zusammen mit Bürgermeister Erwin Rist ein erstes Glas Sekt auf den Erfolg zu trinken. Auch der Bayerische Rundfunk war anwesend und übertrug einen Stimmungsbericht aus Haidenkofen. 

 

Haidenkofen vertritt nun zusammen mit drei weiteren Dörfern Bayern im Bundesentscheid 2010. Die bayerischen Mitkonkurrenten sind: Niederaudorf (Lkr. Rosenheim), Steinbach an der Haide (Lkr. Kronach) sowie Sulzfeld am Main (Lkr. Kitzingen). 

 

 

5. Abschlussfeier und Ehrungen im Landesentscheid am 27.02.2010 in Kreuth im Landkreis Amberg  

 

 Die Haidenkofener Abordnung auf der Bühne

Auch dieses Mal war die Haidenkofener Abordnung mit dem Bus angereist, um zusammen mit Bürgermeister Erwin Rist und Landrat Herbert Mirbeth aus der Hand von Landwirtschaftsminister Helmut Brunner die Goldmedaille in Empfang zu nehmen. Die Haidenkofener beteiligten sich wieder aktiv am Festprogramm mit ihrem Lied: "Hainkofa ist schee, urig und modern." Vor fast 800 Besucher präsentierten sie sich als selbstbewusste und lebendige Gemeinschaft. Von den ursprünglich über 500 Teilnehmern am Wettbewerb haben es die Haidenkofener unter die letzten vier Dörfer in Bayern geschafft und sind somit berechtigt am Bundesentscheid teilzunehmen.

Der Minister bezeichnete in seiner Festrede den Wettbewerb als "größte Bürgerinitiative für den ländlichen Raum". Dabei machte er deutlich, dass der Wettbewerb mehr verlangt als nur schönen Blumenschmuck. Die Bandbreite reiche von Entwicklungskonzepten und wirtschaftlichen Initiativen über soziale und kulturelle Aktivitäten, Baugestaltung, bis hin zur Einbettung des Dorfes in die Landschaft. Er sei ein Eckpfeiler bayerischer Politik für den ländlichen Raum, fördere die Eigenverantwortung der Bürger und verbessere die Lebensverhältnisse auf dem Land. Mit den Worten: "Die Ehrung, die Sie heute erhalten, ist die verdiente Würdigung Ihres außerordentlichen Einsatzes für Ihre Heimat und für unser schönes  Bayernland. Wir alle sind stolz auf Sie", beendete der Minister seine Festansprache.

 

 

 

 TEIL 4: Bundesentscheid   

 

 

 

1. Erneut Dorfbegehung in Haidenkofen

 

 

 

Im Hinblick auf die nunmehr letzte Entscheidung – dem Bundesentscheid - fand am 20. Mai 2010 nochmals eine Ortsbesichtigung statt. Für diese Dorfbegehung weilten als Vertreter des Regierungsbezirkes Ingenieur Herbert Grunwald vom Gartenbauzentrum Mitte aus Fürth sowie Kreisfachberater Torsten Mierswa in Haidenkofen.

Nach Meinung der Experten ist Haidenkofen für den Wettbewerb sehr gut aufgestellt. Kleinere Maßnahmen, die man noch vornehmen könnte, wurden bei der rund zweistündigen Begehung durch die Ortschaft angesprochen.  Vor allem einige Drahtzäune am Rande der Ortschaft sollten, wenn möglich, durch Holzzäune ersetzt werden.

 

 

 

2. TVA in Haidenkofen

 

Erneut drehte das TVA-Team im Rahmen seiner Sommertour durch die Oberpfalz in Haidenkofen. Bereits zum Fischerfest war ein Kameramann vor Ort, um bei der größten Veranstaltung des Dorfes zu filmen. Außerdem stellte Schützenmeister Albert Grauham den Schießstand im ersten Stock des Vereinshaisls vor. Vier Tage später wurden dann die Kegelbahn sowie einige sonstige "Highlights" von Haidenkofen gefilmt. Der fast fünfminütige Beitrag wurde in der folgenden Woche gesendet.

 

 

 

3. Vorbereitung zum Bundesentscheid

 

 

 

 

 

 

Die Kegelbahn ist fertigZwischen dem Landesentscheid und dem Bundesentscheid hatten die Haidenkofener genug Zeit, um noch einige Maßnahmen zur Dorfentwicklung durchzuführen. Kopfzerbrechen machte der Dorfgemeinschaft die Entscheidung, ob sie einen Backofen oder eine Kegelbahn bauen sollte. Als die Entscheidung zugunsten der Kegelbahn gefallen war, ging es sehr schnell und das "Bauwerk" wurde an vier Wochenenden fertiggestellt.

 

Ein altes Nepomukrelief ließ die Dorfgemeinschaft restaurieren und wieder aufstellen. Verschiedene Informationstafeln wurden im Dorf aufgestellt und eine kleine Blumenwiese angelegt. Die Gemarkung Haidenkofen erklärte sich außerdem zur gentechnikfreien Zone.

 

Der letzte Akt in dem 2008 begonnenen Wettbewerb endet im Januar 2011 mit der Fahrt nach Berlin zur Siegerehrung auf Bundesebene. Die Abschlussveranstaltung mit Bundesministerin Ilse Aigner findet im Rahmen der Internationalen Grünen Woche, am 28. Januar statt. Zu dieser Ehrung fahren die Haidenkofener mit dem Bus, ganz egal, welche Platzierung sie beim Bundesentscheid erreichen. Die Bronzemedaille ist ihnen schon sicher. Es gibt somit nichts mehr zu verlieren, nur noch zu gewinnen. Und gewonnen hat Haidenkofen seit der Teilnahme an diesem Wettbewerb schon viel.

 

 

4. Bundeskommission am 06.09.2010 im Ort 

 

 

Im RomingerhofPünktlich um 11 Uhr fuhr die Kommission auf dem Dorfplatz vor, wo sie von Landrat Mirbeth, Bürgermeister Rist, Landtagsabgeordneter Sylvia Stierstorfer, Kreisrat Jeserer, H. Magerl sowie vielen Dorfbewohnern begrüßt wurde. Auch die "Paten", die den jeweiligen  Kommissionsmitgliedern für Fragen zur Seite standen, waren bereit um wissenswerte Zusatzinformationen zu geben. Die Jury rund um den Vorsitzenden Michael Pelzer, Bürgermeister der Gemeinde Weyarn, machte sich in ihrem zweistündigen Rundgang ein Bild von Haidenkofen. Die Dorfgemeinschaft stellte wieder gekonnt, mittlerweile an 11 Stationen, ihren Ort vor. Das vorgesehene Zeitfenster von zwei Stunden wurde eingehalten, so dass in der letzten halben Stunde noch genügend Zeit blieb, um die Gäste mit Haidenkofener Schmankerl zu verwöhnen und auf dem kleinen Dorfplatz zusammen zu sitzen. Der Vorsitzende war in seiner Ansprache vom kleinsten aller teilnehmenden Dörfer im Bundesentscheid sehr beeindruck und sparte nicht mit Lob.

 

 

 

5. Gold für Haidenkofen im Bundesentscheid   

 

 

Hoch auf dem grünen WagenUnter 3300 Teilnehmer im 23. Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" wurde Haidenkofen zusammen mit weiteren 7 Dörfern mit der Goldmedaille für besonders zukunftsfähige Dorfkonzepte ausgezeichnet. Bundesministerin Ilse Aigner hob in ihrer Presseerklärung am 10.09.2010 das Engagement der Haidenkofener hervor. "Dieser Ort hat vom Dorfplatz, Vereinsgaststätte, Volleyballplatz bis zur Jagdhütte (Scheune der Jagdgenossenschaft) alles ohne öffentliche Zuschüsse selbst errichtet. Diese Menschen haben die Bedeutung einer lebendigen Dorfgemeinschaft für eine erfolgreiche ländliche Entwicklung erkannt. Das zeigt Weitsicht und verdient Anerkennung.", lobte die Ministerin. Noch am gleichen Tag erfolgte eine spontane Feier. Niemand hatte irgendetwas vorbereitet, da keiner mit diesem Erfolg gerechnet hatte. Doch auch dieses Mal wurde es wieder ein unglaubliches Dorffest, das mit einer Traktorfahrt durch Sünching begann und mit einem großen Feuerwerk endete.

 

 

 

6. Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin

 

alle Dörfer auf der Bühne 

Am 28.01.2011 war es endlich soweit und 45 Haidenkofener traten die Reise nach Berlin an, um die Goldmedaille nach Haidenkofen zu holen. Beeindruckend war die Ehrung im Internationalen Congress Center im Rahmen der Grünen Woche. 3000 Bürgerinnen und Bürgern aus den 30 Dörfern, die es bis in den Bundesentscheid geschafft hatten, feierten zusammen ein großes Dorffest. Als Bundesministerin Ilse Aigner die Auszeichnungen vornahm, brandete bei jedem Dorf Jubel wie bei einer Olympiade auf. Besonders stolz waren die Haidenkofener, dass sie nicht Bronze oder Silber erhalten hatten, sondern zu den 8 Goldmedaillengewinnern in Deutschland gehörten.

 

 

Drei Tage waren die "Golddörfler" unterwegs, als sie müde und erschöpft am Sonntagabend wieder in ihrem prämierten Dorf ankamen. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass sich das Bemühen für die Heimat gelohnt hat, nicht nur wegen der Medaille sondern auch wegen der unvergesslichen Gemeinschaftserlebnisse und der Gewissheit alles getan zu haben, das eigene Dorf auch für die nächste Generation liebenswert und zukunftsfähig zu erhalten.

 

7. Ehrung durch den Bundespräsidenten

 

 

Alle GolddörferBundespräsident Christian Wulff lud am 10.03.2011 jeweils zwei Vertreter der Siegerdörfer und die Mitglieder der Bewertungskommission in seinen Amtssitz, das Schloss Bellevue, ein.

 

In seiner Ansprache lobte das Staatsoberhaupt die Siegerdörfer für das Engagement bei dem Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" und betonte, dass ein "gesundes Selbstbewusstsein des ländlichen Raums" wichtig sei. Wulff wollte mit dieser Einladung seine Wertschätzung gegenüber den Menschen in den Siegerdörfern zum Ausdruck bringen.

 

Mit dieser Einladung des Schirmherrn des Wettbewerbes, Bundespräsident Christian Wulff, im Beisein der Bundesagrarministerin Ilse Aigner, ging der 23. Bundeswettbewerb in einem sehr feierlichen Rahmen zu Ende.



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