Zuckerfabrik Plattling - Besichtigung



Vom Feld bis in die Zuckerpackung

 

Südzucker Gruppe – größtes europäisches Zuckerunternehmen  

 

 

 

Zuckerrübenkönigin 2009

 

Zusammen mit der amtierenden Deutschen Zuckerrüben- königin Christina I., die die Führung organisiert hatte, statteten rund 20 interessierte Haidenkofener Bürger, sowie Bürgermeister Erwin Rist, am Samstag der Plattlinger Zuckerfabrik einen Besuch ab.

 

Das 1961 in Betrieb genommene Werk ist eine der größten Zuckerfabriken in Deutschland. In der Kampagne von Ende September bis Anfang Januar werden pro Tag 15.000 Tonnen Rüben verarbeitet. Erstmalig, nach der Schließung des Regensburger Werkes, werden heuer auch die Rüben aus Haidenkofen nach Plattling geliefert. Die Fabrik arbeitet ohne Unterbrechung im 24-Stunden-Betrieb, sieben Tage in der Woche.  

 

Der sich bereits im Ruhestand befindliche Ingenieur Horst Schwaiger führte die Gruppe durch das Werk und erklärte den Vorgang der Zuckergewinnung. Er wies darauf hin, dass man 7 kg Rüben verarbeiten muss, um ein Kilogramm Zucker zu gewinnen. Würde man die Zeit messen, bis aus der Rübe, die frisch vom Feld in die Fabrik geliefert wird, weiß schimmernde Zuckerkristalle geworden sind, bräuchte man weniger als acht Stunden. Pro Tag werden 1700 Tonen Zucker und 1000 Tonnen des Zwischenproduktes Dicksaft gewonnen. Das heißt, durchschnittlich alle zwei Sekunden wird Zucker für den Jahresbedarf eines Bundesbürgers erzeugt.

 

Nach dem Abkippen werden die Rüben gründlich gewaschen und zu Schnitzeln zerkleinert, in der Schnitzelmaische vorgewärmt und in den Extraktionsturm befördert. In 70 Grad Celsius heißem Wasser löst sich der Zucker aus den Rübenzellen – es entsteht der Rohsaft. Die ausgelaugten Rübenschnitzel werden durch Pressen und Heißluft getrocknet. Nach der Saftreinigung bleibt ein klarer Dünnsaft mit rund 16 % Zuckergehalt übrig. Dieser wird in mehreren Stufen durch Erhitzen eingedickt, bis ein goldbrauner Dicksaft mit rund 67 % Zuckergehalt entsteht. Der Dicksaft wird "gekocht" bis sich Kristalle bilden. Durch das Schleudern in Zentrifugen trennt sich der Sirup von den Kristallen. Nach Auflösen dieses Zuckers und erneuter Kristallisation entsteht die Raffinade – Zucker von höchster Reinheit.

 

Während der Kampagne sind rund 200, in der übrigen Zeit rund 180 Mitarbeiter im Werk beschäftigt. 3240 Landwirte bauen auf 23.600 Hektar Zuckerrüben für das Werk an. Das Einzugsgebiet erstreckt sich von Regensburg donauabwärts bis Passau, im oberbayerischen Bereich bis zum Chiemsee.

 

Herr Schwaiger erläuterte den ganzen Ablauf bei der Führung durch die Hallen auch anhand von Schautafeln. Die bei der Zuckergewinnung anfallenden Nebenprodukte werden in den natürliche Kreislauf zurückgeführt: Die gepressten Rübenschnitzel werden an das Vieh verfüttert, Melasse zur Anreicherung von Schnitzeln sowie für die Hefe- oder Mischfutterindustrie verwendet. Carbokalk, der bei der Saftreinigung anfällt, ist ein ausgezeichneter Dünger.

 

Die Haidenkofener Gruppe wurde zum Abschluss noch zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Dabei konnten auch Fragen gestellt werden. Christina Rominger bedankte sich bei Horst Schwaiger im Namen der Teilnehmer für die interessante Führung.

 

Bericht vom 21.11.2009

 

 Zuckerfabrik 2009

 

Zuckerfabrik 2009 

 

Zuckerrübenfabrik Plattling 2009

Zuckerrübenfabrik Plattling 2009

 

 

 

Weitere Fotos siehe unter Bilder

 

 

 



(hg)

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