Maibaumaufstellen 11
Erneut steht ein stattlicher Maibaum auf dem Dorfplatz
Ursprünglich entstand das Maibrauchtum, um den Frühling zu begrüßen. Da die Fichte im Wonnemonat Mai aus ihrer Winterstarre erwacht und austreibt, wird sie gerne als "Maien" verwendet. Seit Beginn des 16. Jahrhunderts ist dieser Brauch auch in Bayern bekannt.
In einem Dorf, in dem noch Gemeinsinn herrscht und Brauchtum und Tradition noch etwas gelten, da muss auch jedes Jahr aufs Neue ein Maibaum aufgestellt werden. So geschehen auch heuer wieder in Haidenkofen. Und ein wirklich prächtiger, gewaltiger Baum ist es, den die Männer in luftige Höhen hievten. Mit langen Holzstangen, die an der Spitze mit festen Stricken zangenartig zusammengebunden sind, den "Schwalben" wurde das Werk vollbracht. Nur eine dreiviertel Stunde dauerte das Prozedere, denn darin haben die "Dörfler" schon Erfahrung. Alle helfen mit, Jung und Alt. Das ist schon Ehrensache. Sogar der Bürgermeister ist jedes Jahr dabei. Und stehlen lassen, wie im Vorjahr, war dieses Mal nicht drin, auch wenn die Diebe damals nur den alten Baum gestohlen hatten. Doch so recht wohl war den Gailsbacher Maibaumklauern trotzdem nicht, denn sie ließen sich in Haidenkofen, trotz Einladung, nicht mehr sehen.
Schön sieht er wieder aus, der weiß-blau angestrichene und mit Kränzen, Bändern und Tafeln verzierte Baum. Mit seinen 28 Metern und dem Wetterhahn auf der Spitze grüßt er schon von Weitem die Besucher. Schon seit Menschengedenken wird im Ort ein Maibaum aufgestellt, früher vor dem Wirtshaus, und seit ca. 30 Jahren auf dem Dorfplatz. Hier hat er einen angemessenen Platz gefunden.
Im Maibaum findet der Zusammenhalt und auch der Wohlstand eines Dorfes einen sichtbaren Ausdruck. Und deshalb lässt sich kein Bauer lumpen, wenn er gefragt wird, ob er einen großen und schönen Baum stiften wolle. Wenn man bedenkt, dass so ein Baum 60 bis 80 Jahre heranwächst, so stellt er zweifellos ein würdiges Symbol dar.
Nach getaner Arbeit gab es einen Schluck Bier aus einem großen Maßkrug für die Helfer. Zusammen mit der übrigen Dorfbevölkerung saß man anschließend noch vor dem Vereinsheim. Es wurde gegessen, getrunken und der noch junge Frühling angemessen begrüßt.
Beitrag vom 02.05.2011



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