Frauenfrühstück 3/09



Frauenfrühstück 2009 mit Vortrag  

 

 

Depressionen gleichen einem endlosen Tunnel

 

Auch das zweite Frauenfrühstück in Haidenkofen war wieder ein voller Erfolg. Über 50 Frauen kamen trotz widriger Verkehrsbedingungen am Samstagvormittag in das Feuerwehrhaus,  um in ungezwungener Runde ausgiebig zu frühstücken und sich angeregt zu unterhalten.

 

Anschließend referierte Pfarrerin Elke von Winning aus Straubing über das Tabuthema "Depressionen". Wie zweite Frauentreffvorsitzende Sabine Lück bei der Begrüßung feststellte, erkranken lt. neuester Statistik nur 5 % der Männer, aber fast 15 % der Frauen mindestens einmal im Leben an Depressionen. "Depressionen sind wie ein Tunnel ohne Ende" brachte es die Referentin auf den Punkt.

 

"Depression kommt aus dem Lateinischen und bedeutet niederdrücken", erläuterte Elke von Winning. Die Ursachen von Depressionen seien vielschichtig und können nicht konkret definiert werden, allerdings würden jährlich zwölf Millionen Packungen Antidepressiva verabreicht. Oft verheimlichen  Betroffene ihre Krankheit, da sie ansonsten mit vielen Vorurteilen zu kämpfen hätten. Die Umwelt stelle depressive Menschen als Versager hin, es werde ihnen der Stempel aufgedrückt, dass sie nicht belastbar und psychisch angeschlagen seien. 12.000  der an Depressionen erkrankten Menschen nähmen sich jährlich das Leben, weil ihre Depression nicht erkannt oder nicht richtig behandelt werde. Diese Zahl übertreffe die Verkehrstoten, erläuterte Frau von Winning.

 

Depressionen seien keine Einbildung, sondern eine Krankheit, der man sich stellen, aber für die man sich keinesfalls schämen müsse, denn sie habe körperliche Ursachen. Dabei ist die Signalübertragung im Gehirn beeinträchtigt und bestimmte notwendige Bodenstoffe können nicht in ausreichendem Maße erzeugt bzw. übermittelt werden. Die Krankheit verändere vollkommen das Wesen des Erkrankten in einer Weise, die ein gesunder Mensch nicht nachvollziehen könne. Depressionen seien tiefe Täler, die mit lang anhaltenden Phasen von Sinn- und Hoffnungslosigkeit einhergehen. Eine Depression verändere die Seele, alles wird negativ und aussichtslos. Meist finge alles mit Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit und Übelkeit an, dazu komme noch das ständige Gefühl, dass alles in der Welt negativ sei. Typische Kennzeichen für eine Depression seien Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, Unfähigkeit Entscheidungen zu treffen und schlechte Konzentration.

  

Die Referentin ging dann auf die verschiedenen Arten von Depressionen ein und wies darauf hin, dass sie von vielerlei Ereignissen ausgelöst werden können. Besonders Frauen würden dazu neigen, sich zu viel aufzuladen. Beruf, Haushalt, Kinder, alles perfekt zu "managen"  und dabei ruhig und ausgeglichen zu sein seien Ziele, die einfach nicht realistisch sind. "Haben Sie Mut, sich dies einzugestehen und schrauben Sie ihre Anforderungen an sich zurück", ermutigte Frau von Winning die Anwesenden. "Geben Sie es zu, dass sie überlastet sind und lassen Sie sich helfen. Beachten sie, dass jeder Mensch seine Grenzen hat und überfordern Sie sich nicht." 

 

Zunehmend erkranken  auch ältere Leute an dieser Krankheit. Eine entscheidende Rolle spiele dabei nach Meinung der Referentin die Verdrängung von Krankheit und Tod in unserer Gesellschaft. Auch immer mehr Kinder und Jugendliche werden krank, weil der Leistungsdruck durch Schule aber auch durch die Familie zu groß werde. Dazu komme das Fehlen von Grundwerten im Leben der Jugendlichen. Die Eltern haben oft zu wenig Zeit für ihre Kinder, es fehle der Halt in der Familie. Auch das Fernsehen leiste hier einen Beitrag. "Wenn man sieht, wie viele junge Leute sich bei den Castingsshows bewerben, in denen ihnen vorgegaukelt wird, dass nur derjenige etwas wert ist, der perfekt ist, kann man sich vorstellen, dass manche Jugendliche daran verzweifeln."

 

Frau von Winning gab eine Reihe von Tipps, worauf jeder achten solle, um von Depressionen verschont zu bleiben. Positiv wirken sich regelmäßige Entspannungsphasen, Sport, das Vermeiden von Giftstoffen sowie ausgewogenes Essen aus. "Verwöhnen Sie  sich ab und zu auch selbst!", riet die Referentin. Wichtig sei es, sein Lebensziel nicht aus den Augen zu verlieren und vor allem "Ich" sein zu dürfen.

  

Zum Umgang mit depressiven Menschen erklärte die Referentin, dass es für die Betroffenen eine ungemeine Erleichterung sei, wenn die Verschwiegenheit endlich ein Ende habe, auch wenn sie die gut gemeinten Ratschläge nicht annehmen können. "Seien Sie für die Kranken da und haben Sie Geduld! Machen sie sich klar, dass es sich um einen langen Weg handelt, den ein an Depressionen Erkrankter vor sich hat. Bleiben Sie an seiner Seite und unterstützen Sie ihn in seinem Alltag. Setzen Sie ihn dabei nicht unter Druck, sondern motivieren Sie ihn", machte Frau von Winning den Anwesenden Mut. 

 

Mit einem Dank an die Referentin für den interessanten Vortrag und einem Ausblick auf die nächsten Veranstaltungen des Frauentreffs schloss die zweite Vorsitzende Sabine Lück die Veranstaltung.

 

März 2009

 

 

 

Frau von Winning/ Sabine Lück         Frauenfruehstueck09-1
         Die Referentin Elke von Winning                            Das Bufett ist eröffnet
            2. Vorsitzende Sabine Lück          
Die Referentin Elke von Winning         Angenehme Unterhaltung
          Ein interessanter Vortrag                                Angeregte Unterhaltung
           
Weitere Fotos siehe unter Bilder Kategorie Frauentreff



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