Der besondere Stein



Der "Stein des Anstoßes"

 

 

Diese Redewendung hat ihren Ursprung im Alten Testament. Bereits in der Bibel ist die Rede vom Stein des Anstoßes und dem Fels des Ärgernisses.

 

Eine ganz neue Brisanz gewann dieses Thema unlängst für die Haidenkofener. Denn in dem kleinen beschaulichen Dorf wäre ein Stein beinahe der Auslöser für ein Zerwürfnis der Ortsbewohner geworden. Doch nun der Reihe nach:

 

Nach dem Sieg der Haidenkofener im Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" auf Kreisebene 2008 wurde ein Granitstein, den ein Dorfbewohner zuhause gelagert hatte, mit dem Ereignis beschriftet und idyllisch auf dem Dorfplatz im Schatten von fünf großen Birken aufgestellt. Im nächsten Jahr kamen neue Siege hinzu und wurden chronologisch festgehalten. Doch für die letzte Beschriftung, das Bundesgold, fehlte der Platz. Der Stein war schlichtweg zu klein, weil die Dorfbewohner nie damit gerechnet hatten, vier Siege einzufahren.

 

Also überlegten die Haidenkofener, wie der größte Erfolg entsprechend gewürdigt werden könnte. Vorgeschlagen wurden ein Metallbogen, befestigt auf dem Stein und alternativ ein Sockel unter dem alten Stein mit Beschriftung. Doch auf eine einheitliche Lösung konnte man sich nicht einigen. Dann passierte eine Weile gar nichts (10 Monate), bis drei Bürger die Initiative ergriffen, einen großen Granitbrocken besorgten und ihn in einer Nacht- und Nebelaktion neben den alten Stein stellten. Auf dem neuen Stein wäre nun genug Platz, um alle Siege einzugravieren, so die Meinung der Initiatoren.

 

Doch jetzt kam es zu einem Aufschrei unter den Dorfbewohnern. Der alte, lieb gewonnene Stein, auf dem Jahr für Jahr voller Stolz die Siege eingemeißelt wurden, dürfe auf keinem Fall entfernt werden. Sollte es bei der vorgeschlagenen Handhabung bleiben, wollte sich eine Ortsbewohnerin sogar an den alten Stein anketten, um das Entfernen zu verhindern.

 

Guter Rat war teuer, und auf einen Konsens konnte man sich nicht einigen. Um eine zufriedenstellende Lösung zu finden, trat das  vor vier Jahren gegründete Dorfgremium zusammen und beschloss nach reichlicher Abwägung und Inaugenscheinnahme des Platzes ein salomonisches Urteil.

 

Der werte Leser dieses Beitrages kann sich nun selbst ein Bild davon machen, ob das Gremium den Stein der Weisen gefunden hat oder nicht. Fakt ist jedoch, dass damit der Dorffrieden wieder hergestellt wurde.

 

Die Haidenkofener bedanken sich ganz herzlich bei Heinz Huber und Monika Bauer für die kostenlose Gravur des neuen Steines sowie bei Michael Lück für die Beschriftung des alten Steines. 

 

Der Stein des Anstosses

 

Beitrag vom 10.11.2011




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