Fahrt ins Grüne 2011



Kulturfahrt des Frauenbundes Sünching

 

Haidenkofen grüßt Haidenkofen

 

56 Damen und einige Herren aus Sünching und Umgebung traten am Dienstagmittag gut gelaunt zur alljährlichen Fahrt des Frauenbundes Sünching an, einem unbekannten Ziel entgegen. Im Gegensatz zum Vorjahr wurde es keine Fahrt ins Weiße, sondern ins Grüne, was dem Vergnügen jedoch keinen Abbruch tat.

Wie immer verriet Reiseleiter Wenzel Neumann niemandem, nicht mal der Frauenbundvorsitzenden Irene Herbst, wohin der Ausflug geht, und so war Rätselraten bis zum ersten Ziel angesagt.

 

In Landau an der Isar stieg der pensionierte Rektor und Kulturreferent Nik Söltl zu. Er hatte sich den ganzen Nachmittag Zeit genommen, um die Gruppe zu begleiten und zu informieren.

Zuerst wurde das kleine Dorf Usterling angefahren. Am östlichen Ortseingang des 3 km westlich von Landau auf dem Isarhang liegenden Dorfes befindet sich das in dieser Form in Europa einmalige Naturdenkmal "Wachsender Felsen", das auch als "Johannisfelsen" bezeichnet wird. Ein talwärts fließendes Quellbächlein hat im Laufe von Jahrtausenden mit seinem stark kalkhaltigen Wasser einen wandartigen rund 50 m langen und bis zu 3 m hohen, bizarr geformten Felsen aufgebaut. Auf dem handbreiten Felsrücken fließt noch heute das Bächlein zu Tale und strömt über eine Felsnase in ein natürliches Becken. Aufgrund des trockenen Wetters konnte die Reisegruppe ganz nach oben steigen, um den Beginn der steinernen Wasserrinne zu erforschen.

 

Gegenüber auf der anderen Straßenseite besuchte man anschließend eine weitere Sehenswürdigkeit: die spätgotische, um 1500 erbaute Dorfkirche Sankt Johannes mit einem beeindruckenden Flügelaltar. Auf einem der Altarbilder wird, ein kulturhistorisches Kuriosum, die Taufe Christi am „Wachsenden Felsen“ dargestellt.

 

Über Niederhöcking, einer Wirkungsstätte des ehemaligen verstorbenen Sünchinger Pfarrers Georg Nüßl, ging die Fahrt weiter nach Landau an der Isar, der ältesten Stadt im niederbayerischen Landkreis Dingolfing-Landau. Im dortigen Kastenhof, der auch das niederbayerische Archäologiemuseum beheimatet, wurde eine kleine Kaffeepause im ehemaligen Gerichtssaal eingelegt. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Stadtpfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt, die 1713 erbaut wurde. Sie gilt als der schönste und größte barocke Kirchenbau im unteren Isartal. Die Reisegruppe war von dem Kirchenraum mit seinem prächtigen barocken Hochaltar und den acht Seitenaltären sehr angetan. Auch hier überzeugte Reiseführer Söltl mit fundierten Kenntnissen und trockenem Humor.

 

Das nächste Ziel war Wallersdorf. In der Pfarrkirche St. Johannes wird alljährlich zur Weihnachtszeit ein übergroßer Christbaum aufgestellt. Von weit her reisen die Besucher zur Besichtigung des imposanten Baumes der 10,5 m hoch, ca 5 m breit und mit 1000 Lichtern und 700 Strohsternen bestückt ist. Auch die Oberpfälzer waren begeistert und konnten sich nicht satt sehen an diesem glänzenden Tannenbaum. Drei Tage brauchten die fünf fleißigen Helfer, bis sie den Baum mit einer Seilwinde an seinem Platz aufgestellt und mit Lichtern, Kugeln und Strohsternen geschmückt hatten. Viele Fragen wurden gestellt, denn man konnte es gar nicht glauben, daß die Tanne in einem Stück durch die schmale Kirchentür transportiert wurde. Der Abschied fiel schwer und erst nach zwei gemeinsam gesungenen Weihnachtsliedern verließ man diesen besinnlichen Ort.

 

Eine große Überraschung hatte Wenzel Neumann für die Mitreisenden aus Haidenkofen organisiert. Im gleichnamigen Dorf in Niederbayern, mit 134 Einwohnern, wurde vor dem Feuerwehrhaus Halt gemacht. Bürgermeister Ottmar Hirschbichler aus dem Markt Wallersdorf, zu dem Haidenkofen kommunalpolitisch gehört, sowie die Haidenkofener Ortsbäuerin Diana Fleischer begrüßten die völlig verdutzte Schar und luden zu einem Gläschen Sekt ein. In seiner kurzen Ansprache stellte das Gemeindeoberhaupt Parallelen zwischen den zwei Dörfern her, da beide sehr aktiv und fleißig seien. Schnell entstanden die ersten freundschaftlichen Bande und die Niederbayern versprachen im nächsten Jahr zum Fischerfest in die Oberpfalz zu kommen. In Landau wieder angekommen, verabschiedete sich die Reisegesellschaft mit anerkennenden Dankesworten, einer Geldspende für die Kirchen sowie einem Sünchinger Buch bei Nik Söltl für die vortreffliche Betreuung. Den Tag ausklingen ließen die Ausflügler bei einem vorzüglichen Abendessen im Landgasthof Apfelbeck in Mamming.

 

Auf der Rückfahrt waren sich alle Teilnehmer einig, dass auch die nähere Heimat sehr interessant und abwechslungsreich sei, und dass der wie immer von Wenzel Neumann bestens organisierten Ausflug allen viel Spaß gemacht habe.

 

 

An dieser Stelle nochmals vielen Dank an Bürgermeister Ottmar Hirschbichler, Diana Fleischer und allen fleißigen Helfer aus Haidenkofen.

 

Der wachsende Felsen

 

Christbaum in der Wallersdorfer Kirche

 

 

Begrüßung in Haidenkofen

 

weitere Fotos siehe unter Bilder



(eg)

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